Welches Balkonkraftwerk passt zu mir, was kostet es und wie viel Geld spare ich damit? Das ist die Frage, die wir am häufigsten bekommen. Die übliche Antwort lautet: „Kommt drauf an.“ Das stimmt zwar, hilft aber niemandem weiter. Deshalb haben wir für zwei echte Haushalte nachgerechnet, mit echten Zahlen und jedem Rechenschritt zum Nachprüfen.
Hier das Ergebnis auf einen Blick:
| Situation 1 Mietwohnung in Hannover |
Situation 2 Haus bei Oldenburg |
|
|---|---|---|
| Kosten inkl. Versand | 798 € | 1.378,99 € |
| Ersparnis pro Jahr | ca. 203 € | ca. 392 € |
| Geld wieder drin nach | ca. 3,9 Jahren | ca. 3,5 Jahren |
| Anteil am Stromverbrauch | ca. 45 % | ca. 28 % |
Wichtig: Das sind unsere persönlichen Beispielrechnungen für genau diese zwei Haushalte. Sie sind keine Garantie und keine Beratung für deinen Haushalt. Welche Annahmen wir getroffen haben, steht bei jeder Rechnung dabei.
Zwei Wörter vorab
- Kilowattstunde (kWh): So misst man, wie viel Strom verbraucht wird. Ein Wasserkocher mit 2.000 Watt braucht in einer halben Stunde ungefähr 1 kWh. Auf deiner Stromrechnung zahlst du pro kWh.
- Watt Peak (Wp): Die Höchstleistung eines Solarmoduls bei perfekter Sonne. Das ist wie die Höchstgeschwindigkeit beim Auto: Man erreicht sie selten, aber man kann damit Module gut vergleichen.
Inhalt
- Situation 1: Allein in der Mietwohnung mit Balkon
- Situation 2: Einfamilienhaus mit E-Auto
- Was in unserer Rechnung steckt und was nicht
1. Situation 1: Allein in der Mietwohnung mit Balkon
Der Haushalt
- 1 Person, Mietwohnung mit ca. 65 m² in Hannover
- Oberstes Geschoss, der Balkon zeigt nach Süden, leicht nach Osten gedreht
- Tagsüber meistens außer Haus
- Zahlt ca. 50 € im Monat für Strom
Schritt 1: Wie viel Strom braucht die Person?
Eine Jahresabrechnung lag uns nicht vor. Deshalb haben wir mit Werten gerechnet, die zu den 50 € im Monat passen:
- Verbrauch: 1.300 kWh im Jahr (angenommen)
- Strompreis: 35 Cent pro kWh (angenommen)
- Grundpreis: 12 € im Monat (angenommen). Den zahlt man immer, egal wie viel Strom man verbraucht.
Probe: 1.300 kWh × 0,35 € = 455 € im Jahr für den Strom. Dazu kommen 12 € × 12 Monate = 144 € Grundpreis. Zusammen sind das 599 € im Jahr, also 49,92 € im Monat. Das passt zum Abschlag von ca. 50 €.
Schritt 2: Welches Set passt?
Wir haben das Balkonkraftwerk 800W mit Speicher, Komplettset für Balkon gewählt. Es ist genau für Mietwohnungen mit Balkon zusammengestellt. Darin sind:
- 2× AIKO Neostar 2S+ Full Black mit je 465 Wp, zusammen 930 Wp
- 1× Mikrowechselrichter mit 800 Watt. Er macht aus dem Solarstrom Strom für die Steckdose.
- 1× Marstek B2500-D Speicher mit 2,24 kWh
- 1× Smart Meter. Er misst, wie viel Strom gerade in der Wohnung gebraucht wird.
- 1× Balkonhalterung
Warum diese Module? Die meisten Balkonkraftwerke werden mit Modulen verkauft, die fast 2 Meter lang sind. Am Balkon haben die oft keinen Platz oder stehen weit über. Die AIKO-Module sind nur ca. 1,76 Meter lang und passen deshalb besser ans Geländer.
Warum mit Speicher? Die Sonne scheint vor allem mittags, aber die Person ist tagsüber nicht zu Hause. Ohne Speicher würde ein großer Teil des Solarstroms ungenutzt ins Stromnetz fließen, und dafür bekommt man bei einem Balkonkraftwerk kein Geld. Mit Speicher wird der Überschuss gesammelt und abends genutzt, wenn die Person heimkommt. Geräte wie Kühlschrank und Router laufen trotzdem auch tagsüber und nutzen einen Teil direkt.
Schritt 3: Was kostet das Ganze?
| Komplettset | 699,00 € |
| + Versand nach Hannover | 99,00 € |
| = Gesamt | 798,00 € |
Wer in der Nähe von Pfungstadt wohnt, kann auch selbst abholen und spart sich den Versand.
Schritt 4: Wie viel Strom macht die Anlage?
Für den Standort Hannover und die Ausrichtung des Balkons setzen wir grob 750 kWh Solarstrom im Jahr an. Das ist eine Schätzung, keine Messung und keine genaue Simulation für diesen Balkon.
Schritt 5: Wie viel davon spart wirklich Geld?
Geld spart nur der Solarstrom, den die Person selbst nutzt. Nur dieser Strom muss nicht mehr gekauft werden. Ein Teil der 750 kWh geht aber verloren: beim Laden und Entladen des Speichers, oder weil an sehr sonnigen Tagen der Speicher schon voll ist. Wir rechnen deshalb damit, dass ca. 580 kWh tatsächlich gekauften Strom ersetzen. Das sind gut drei Viertel des erzeugten Stroms.
Schritt 6: Wie viel Geld spart das im Jahr?
580 kWh × 0,35 € = 203 € Ersparnis im Jahr
Das sind im Durchschnitt ungefähr 17 € im Monat.
Der Grundpreis von 12 € im Monat bleibt, denn die Person hat weiterhin einen normalen Stromvertrag.
Schritt 7: Wie viel vom Verbrauch deckt die Anlage?
580 kWh von 1.300 kWh sind rund 45 %. Die übrigen ca. 720 kWh kommen weiter aus dem Stromnetz, zum Beispiel nachts oder im Winter.
Schritt 8: Wann ist das Geld wieder drin?
Man nennt das Amortisation. Stell dir eine Spardose vor: Jedes Jahr kommen 203 € rein, die du nicht mehr an deinen Stromanbieter zahlst. Sobald mehr in der Spardose ist, als das Balkonkraftwerk gekostet hat, ist das Geld wieder drin.
798 € ÷ 203 € pro Jahr = ca. 3,9 Jahre
| Nach … | gespart | Kosten |
|---|---|---|
| 1 Jahr | 203 € | 798 € |
| 2 Jahren | 406 € | 798 € |
| 3 Jahren | 609 € | 798 € |
| 4 Jahren | 812 € | 798 € ✓ |
Ergebnis Situation 1: 798 € inklusive Versand, ca. 203 € Ersparnis im Jahr, nach knapp 4 Jahren ist das Geld wieder drin.
2. Situation 2: Einfamilienhaus mit E-Auto
Der Haushalt
- Haus mit ca. 110 m² Wohnfläche in der Nähe von Oldenburg
- Verbrauch: knapp 5.000 kWh im Jahr, weil zu Hause ab und zu das E-Auto geladen wird
- Zahlt aktuell zwischen 120 und 140 € im Monat für Strom
Schritt 1: Welcher Strompreis?
Wir rechnen mit 28 Cent pro kWh (angenommen). Der Preis ist niedriger als in Situation 1, weil Haushalte mit hohem Verbrauch oft günstigere Tarife haben.
Probe: 5.000 kWh × 0,28 € = 1.400 € im Jahr, also ca. 117 € im Monat. Mit einem üblichen Grundpreis kommt man auf die 120 bis 140 €, die der Kunde zahlt.
Schritt 2: Wohin mit den Modulen? Unser Planungsfehler
Hier müssen wir ehrlich sein: Zuerst haben wir falsch geplant. Der Kunde hat eine Garage, und unser erster Gedanke war: vier Module aufs Garagendach, fertig. Dann haben wir uns das Grundstück auf dem Satellitenbild angesehen. Die Garage zeigt nach Norden.
Module auf einer Nordfläche bringen in Deutschland ungefähr 60 % von dem, was dieselben Module nach Süden bringen würden. Das ist mehr, als viele denken. Aber auf demselben Grundstück ist die Südseite des Hausdachs frei. 40 % Strom zu verschenken, obwohl die bessere Fläche nur zehn Meter weiter liegt, ergibt keinen Sinn.
Deshalb kommen die vier Module auf die Südseite des Hausdachs, flach auf die Ziegel montiert. Das Dach ist ca. 35 Grad geneigt. Das ist in Norddeutschland fast der beste Winkel. Schatten gibt es dort keinen.
Schritt 3: Welches Set passt?
Wir haben das Balkonkraftwerk 2000W mit Speicher, 4× Jolywood 500W + Anker SOLIX Solarbank 3 Pro gewählt, in der Variante mit Schrägdach-Halterung. Darin sind:
- 4× Jolywood-Module mit je 500 Wp, zusammen 2.000 Wp
- 1× Anker SOLIX Solarbank 3 Pro mit knapp 2,7 kWh Speicher, später erweiterbar
- 1× Smart Meter, Schrägdach-Halterung und Kabel
Warum dieses Set? Auf dem Dach ist noch viel Platz. Wenn der Kunde später mehr Module oder mehr Speicher möchte, kann er mit diesem Speicher gut erweitern. Es gibt auch günstigere Speicher als die Solarbank 3 Pro, zum Beispiel das Set mit zwei Marstek-Speichern. Wir haben mit der Anker gerechnet, weil sie bei unseren Kunden am beliebtesten ist.
Schritt 4: Was kostet das Ganze?
| Komplettset mit Schrägdach-Halterung | 1.279,99 € |
| + Versand nach Oldenburg | 99,00 € |
| = Gesamt | 1.378,99 € |
Schritt 5: Wie viel Strom macht die Anlage?
Für diesen Standort und die Ausrichtung nach Süden setzen wir grob 1.900 kWh Solarstrom im Jahr an. Auch das ist eine Schätzung, keine Messung beim Kunden.
Schritt 6: Die 800-Watt-Grenze
Ein Balkonkraftwerk darf in Deutschland höchstens 800 Watt gleichzeitig ins Hausnetz abgeben. Die Module schaffen aber bis zu 2.000 Watt. Klingt erstmal nach Verschwendung.
Ist es aber nicht. Stell dir einen Trichter vor: Mittags kommt oben mehr Strom rein, als unten durchpasst. Was nicht durchpasst, läuft nicht über, sondern landet im Speicher. Abends gibt der Speicher den Strom wieder ab. Genau deshalb gehört zu so vielen Modulen ein Speicher.
Schritt 7: Wie viel Geld spart das im Jahr?
Von den 1.900 kWh rechnen wir mit ca. 1.400 kWh, die wirklich gekauften Strom ersetzen. Ein Teil wird tagsüber direkt im Haus verbraucht, ein anderer Teil kommt abends aus dem Speicher. Verluste im Speicher, Strom, den gerade niemand braucht, und die 800-Watt-Grenze haben wir dabei schon abgezogen.
1.400 kWh × 0,28 € = 392 € Ersparnis im Jahr
Das sind im Durchschnitt ungefähr 33 € im Monat.
Schritt 8: Wie viel vom Verbrauch deckt die Anlage?
1.400 kWh von 5.000 kWh sind 28 %. Die übrigen ca. 3.600 kWh kommen weiter aus dem Netz. Der Anteil ist kleiner als in Situation 1, weil das Haus mit E-Auto viel mehr Strom braucht. In Euro spart der Kunde trotzdem fast doppelt so viel.
Schritt 9: Wann ist das Geld wieder drin?
1.378,99 € ÷ 392 € pro Jahr = ca. 3,5 Jahre
| Nach … | gespart | Kosten |
|---|---|---|
| 1 Jahr | 392 € | 1.378,99 € |
| 2 Jahren | 784 € | 1.378,99 € |
| 3 Jahren | 1.176 € | 1.378,99 € |
| 4 Jahren | 1.568 € | 1.378,99 € ✓ |
Gut zu wissen: Die Montage auf dem Dach
Auf einem Ziegeldach ist das keine Sache von 15 Minuten. Unter die Ziegel kommen Dachhaken, darauf Schienen, darauf die Module. Das sollte jemand machen, der sicher auf einem Dach arbeiten kann. Eine Montage bieten wir selbst nicht an. Steckerfertig bleibt es trotzdem: Unten wird der Speicher einfach in die Steckdose gesteckt, wie bei jedem Balkonkraftwerk.
Ergebnis Situation 2: 1.378,99 € inklusive Versand, ca. 392 € Ersparnis im Jahr, nach ca. 3,5 Jahren ist das Geld wieder drin.
3. Was in unserer Rechnung steckt und was nicht
Damit du genau weißt, wie wir gerechnet haben, hier alle Annahmen auf einen Blick:
- Gleichbleibender Strompreis. Wir rechnen jedes Jahr mit demselben Preis. Steigt der Strompreis, ist das Geld schneller wieder drin. Sinkt er, dauert es länger.
- Geschätzter Ertrag. Die Werte für den Solarstrom (750 kWh und 1.900 kWh) sind grobe Schätzungen für den Standort. Wetter, Schatten und die genaue Montage können das ändern.
- Keine Wartung oder Reparatur. Falls etwas kaputtgeht, ist das nicht eingerechnet.
- Einfache Amortisation. Wir teilen die Kosten durch die Ersparnis pro Jahr. Zinsen oder Preisänderungen sind nicht berücksichtigt.
- Kein Geld für eingespeisten Strom. Strom, der ins Netz fließt, haben wir mit 0 € angesetzt.
- Montage nicht eingerechnet. Wenn du für die Dachmontage jemanden bezahlst, verlängert sich die Zeit, bis das Geld wieder drin ist.
Selbst nachrechnen kannst du mit zwei einfachen Formeln:
Ersparnis pro Jahr = selbst genutzte kWh × dein Strompreis
Jahre bis das Geld wieder drin ist = Kosten ÷ Ersparnis pro Jahr
Diese Rechnungen sind unsere persönliche Recherche anhand echter Kundenanfragen. Sie sind keine verbindliche Aussage und keine Garantie für deinen Haushalt, denn jeder Haushalt ist anders.
Sollen wir dein Balkonkraftwerk durchrechnen?
Wir wollen daraus eine monatliche Reihe machen und rechnen dabei eure Situationen durch. Wenn du dabei sein willst, schick uns:
- ein Foto vom geplanten Aufstellort (Balkon, Dach, Garage oder Garten)
- deinen Ort oder deine Postleitzahl
- deinen Jahresverbrauch in kWh (steht auf der Stromabrechnung)
- deinen Strompreis pro kWh. Wenn du den nicht kennst, reicht auch, was du im Monat zahlst.
Schreib uns dazu einfach in die Kommentare unter dem YouTube-Video.


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